HAPPY DOG WORLD

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Die Geschichte meiner blinden Labradorhündin Emma

Emma ist im April 2003 geboren. Sie kam mit 9 Monaten als neues Familienmitglied Weihnachten 2003 zu uns, also gerade in einer ihrer Prägephasen. Der Zeitpunkt war jedoch äußerst ungünstig, denn unser schwarzweißer Kater Jacky 18 Jahre alt, war sehr krank und lag unter dem Wohnzimmertisch und hatte keine Energie mehr um sich weg zu bewegen. Emma ging zu ihm, stubbste ihn mit ihrer Nase an, als wollte sie sagen „komm Spiel mit mir“. Unser Kater ist jedoch mit Hunden aufgewachsen und fing nur an zu knurren um ihr zu sagen, lass mich doch in Ruhe und Emma reagierte darauf  und lies ihn in Ruhe. 3 Tage später verstarb er. Wir nahmen Abschied von Jacky und begruben ihn am nächsten Tag im Garten. Emma hat den Verlust ihrer Vorbesitzer und auch den Tod von Jacky nicht ganz leicht genommen.

Emma ist von Anfang an eine sehr liebevolle Hundetante bei Welpen, bei Katzen oder Hasen. Stelle ich ihr ein neues Junges vor, fängt sie an es abzulecken und zu beknabbern, würde es aber nie jagen. Wichtig: ich muss es ihr vorstellen und zeigen. Auch mit Kindern geht sie sehr vorsichtig um.

Was mir aber von Anfang an auffiel war, dass sie sich nicht gerne anleinen lies und sehr empfindlich reagierte, wenn die Leine an ihrer linken Brustseite runter hing. Also übten wir mit Belohnung (Leckerli). Übrigens sie mag es auch heute noch nicht wenn die Leine auf der linken Seite ist. Emma zeigte beim Spiel immer wieder Übersprungshandlungen und hat probiert wie weit sie gehen kann. Sie zeigte sehr schnell Stresssymptome im Training, trotzdem konnte ich sie immer animieren im Training gut mit zu arbeiten. Wir konnten beim Spaziergang  Nasen- und Suchspiele oder auch Hindernislauf machen, es war immer interessant mit ihr meine Runden zu drehen.

Doch eines Tages 2006, bekam sie innerhalb von wenigen Stunden einen Kopf wie ein Bullterrier. Wir besuchten den Notfalltierarzt denn es war Sonntag. Die Diagnose war nicht erfreulich: Borreliose. Emma hatte schon vorher Anzeichen gezeigt, die ich jedoch nicht lesen konnte, weil mir die Erfahrung fehlte. Und so zeigten mir die Erkrankungen von Emma immer mehr, warum sich das Training manchmal schwieriger mit ihr gestaltete und ich einfach mit sehr viel Geduld und Nachsicht mit ihr verschiedene Übungen machen konnte. Ich hatte immer Hoffnung mit Emma eine Suchhundestaffel zu besuchen, um sie noch mehr zu fordern. Jedoch bemerkte ich, dass sie immer weniger Stressresistent wurde. Nachts lief sie im Schlafzimmer häufig in die dunkle Ecke zwischen Schrank und Türe, so dass ich immer wieder aufwachte. Sicher, ich machte mir meine Gedanken dazu. An einem Abend im Oktober 2007 wollte ich, dass sie im dunkeln aus dem Auto raus springt. Sie verweigerte total und um sie doch mit mir zu nehmen, lupfte ich sie aus dem Auto. Seltsam, das tat sie doch noch nie. Sie kannte diesen Ort nicht und sie konnte die Höhe vom Auto zum Boden nicht mehr erkennen, für sie war  der Platz bodenlos. Und so kam eine seltsame Reaktion zur nächsten, worüber ich mir meine Gedanken machte. Sie bellte, wenn ich sie über Hindernisse schicken wollte, oder über Hürden springen ließ, fing dann auch an die Leine ins Maul zu nehmen. Beim Fahrradfahren versuchte sie mich mit ihren Zähnen festzuhalten und schnappte nach dem Pedal. emma 3Sie wurde Steif wenn uns jemand mit Kinderwagen, Flatterhosen oder Tasche begegnete.  Sie zeigte auch Aggressionen wenn mehrere Hunde tobten. Kurz und gut, sie wollte einfach keine Hektik in ihrem Umfeld. Dies erzählte ich einer befreundeten Tierärztin für Großtiere, die gab mir den Rat nach München in die Augenfachklinik zu fahren, um Emmas Erkrankung diagnostizieren zu lassen. Ich setzte dies auch sofort um, holte einen Termin und fuhr nach München. Ich fühlte mich dort sofort sehr aufgehoben und zuvorkommend behandelt. Die Augenspezialuntersuchung dauerte ca. 2 Stunden und als Erkrankung wurde ein Gen-defekt diagnostiziert, der bei einigen Hunden  ausbricht und bei anderen nicht. PRA (progressive Retina-Atrophie) führt über kurz oder lang zu vollkommener Erblindung. Emma geht mittlerweile nur noch tagsüber gerne spazieren. Am Abend  kehrt sie schon nach etwa 800 m wieder um, geht keinen Schritt mehr weiter, nimmt die Leine ins Maul und zieht mich in die Gegenrichtung um dort auch wieder nach einiger Zeit das selbe Verhalten zu zeigen. „Ich will wieder nach Hause“.

Beim Training mit Emma hatte ich sehr früh angefangen, ihr rechts und links  beizubringen, so dass wir dies von nun an intensiver umsetzen. Das was früher mit Sichtzeichen und Kommando im Training umgesetzt wurde, ist jetzt sehr hilfreich, denn es wurde in den 2 Jahren seit ihrer Erkrankung immer aktueller, sie mit Kommandos zu dirigieren.  Ich stellte das Training mit Emma weitestgehend um. Es werden keine wilden Rennspiele mehr gemacht. Durch die Nasenarbeit, Ballspiele, Kommandos, kann ich sie sehr gut im Wald um Bäume lenken, durch Tunnel gehen oder auch robben lassen, was sie  sehr liebt. Eines ihrer Lieblingsspiele  ist es, mit dem Ball zwischen den Pfoten, sich auf dem Rücken durch den Tunnel zu arbeiten  und mit dem Kopf voraus, auf dem Rücken den Tunnel wieder zu verlassen um dieses Spiel von vorne zu beginnen.

Leider verstarb Emma im September 2011, nachdem im Februar auch noch ein bösartiger Tumor im Nasenbereich diagnostiziert wurde, der schon sehr gestreut hatte.

Danke an Emma

 

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